#82 - Vom Handerker zum Öbuv – Michael Sommer über die Stufen zum Top-Sachverständigen
Shownotes
In dieser Podcastfolge sprechen Timo Stephan und Michael Sommer im Interview darüber, welche Qualifikationen und Prüfungen heute für Immobiliengutachter entscheidend sind und wie sich Michael Sommer auf dem deutschen Markt behauptet. Erfahre mehr über die Bedeutung von Weiterbildungen, Kooperationen und dem richtigen Mindset für ein erfolgreiches Sachverständigenbüro.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Vom Handwerker zum Öbuv.
00:00:02: Michael Sommer über die Stufen zum Top-Sachverständigen.
00:00:15: So, zum heutigen Podcast-Interview habe ich den öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Michael Sommer dabei.
00:00:21: Hallo, Michael, ich grüße Dich.
00:00:23: Timo, ich grüße Dich herzlich.
00:00:24: Danke für Dein Einladung.
00:00:25: Sehr gern.
00:00:27: Michael, ich würde Dich bitten, dass Du Dich einmal ganz kurz vorstellst.
00:00:29: Wer bist Du und was machst Du denn auch?
00:00:31: In welchem Fachgebiet des Sachverständigenwesens bist Du denn tätig?
00:00:35: Mein Name ist Michael Sommer.
00:00:36: Ich bin 52 Jahre alt.
00:00:38: Ich habe mein Büro in Hagen in der Mitte von Nordrhein-Westfalen und mein Gebiet der Sachverständigentätigkeit ist die Immobilienbewertung.
00:00:49: Okay, super.
00:00:49: Wir haben jetzt wie vorhin schon angedeutet, hattest du sagen mal ein bisschen längeren Weg, bis du jetzt da angekommen bist, wo du heute tätig bist.
00:00:58: Deshalb hol uns und die Zuhörer da mal gerne ab.
00:01:02: Wie hat es denn bei dir alles begonnen und wie bist du denn sag ich mal in das Sachverständigenwesen rein?
00:01:06: In der Tat, das war eine lange Reise, die war auch nicht so zielgerichtet, wie vielleicht jetzt der Claim der heutigen Sendung ist.
00:01:13: Ich habe nach dem Abitur zunächst Rechtswissenschaften studiert, bin in einem elterlichen Handwerksbetrieb Schilder- und Lichtreklamehersteller aufgewachsen.
00:01:23: Und bin dann trotz des Studiums dort, sagen wir mal, hängen geblieben, weil ich schon mit fünfzehn, sechzehn immer dort gearbeitet habe.
00:01:32: Ich habe dann in diesem Gewerk, das Schilder- und Licht-Reklameherstellerhandwerk, meinen Meister gemacht.
00:01:40: Und das Besondere daran fand ich einfach beim Handwerk die handwerkliche Wertschöpfung.
00:01:45: Am Ende des Tages steht eben ein Werk und man sieht seine Leistung, diese Produktivität, die man auch visuell wahrnimmt.
00:01:53: Das hat mich am Handwerk immer begeistert.
00:01:57: Okay, spannend.
00:01:59: Sag ich mal, ich sage trotzdem noch einen großen Schritt nachher von einem klassischen oder von einem Handwerksberuf wirklich zum Immobilien Sachverständigen zu kommen.
00:02:07: Weißt nicht, wie bist du..
00:02:09: Wie hast du mal die Neugier oder das Interesse denn vielleicht auch für dieses Immobilienthema bekommen?
00:02:15: Also ich war immer sehr zahlenaffin und deswegen war für mich klar, dass im Anschluss an die Meisterprüfung auch noch der Betriebswirt folgend wird, weil es war immer klar, dass meine Schwerpunkttätigkeit nicht die Handwerkliche, sondern eher die kaufmännische Seite des Handwerks ist.
00:02:33: Und dann gab es in den Nullerjahren eine Tendenz im Handwerk, insbesondere wenn man für Gewerbekunden gearbeitet hat, Schlüsselfertiges bauen.
00:02:41: Das Ganze ging groß los mit Esprit und Douglas.
00:02:44: Die wollten nicht mehr zehn, fünfzehn Handwerker, zehn, fünfzehn Gewerke koordinieren auf das eine Ziel Eröffnung, sondern haben Architekturbüros beauftragt, bitte baut uns einen fertigen Laden, ihr koordiniert.
00:02:58: Und so kam ich eben sehr, sehr stark an das Thema Immobilie.
00:03:02: Während wir ja in der Werbetechnik nur Schilder an die Wand geschraubt haben, hatte ich auf einmal diese interdisziplinären Tätigkeit; die Schnittstellen.
00:03:10: Das hat mich sehr fasziniert.
00:03:12: Und das war eine tolle Reise, die dann begann.
00:03:17: Ich war dann im Projektmanagement, eben Ladenbau tätig
00:03:22: als
00:03:23: Handwerksmeister, als Betriebswirt und dadurch, zunächst nur Innenausbau, kam natürlich immer mehr die technische Gebäudeausstattung, die Tüchtigkeit des Gebäudes, Brandschutz und Ähnliches, sodass dort ungefähr 2010 meine Faszination für die Immobilie an sich begann.
00:03:48: Und da vielleicht auch jemand größer war als für das ursprüngliche Handwerk?
00:03:51: Ja.
00:03:52: Weil das ganze Thema, dadurch das eben interdisziplinär war, war das Thema größer als nur ein Gewerk.
00:04:00: Und das Thema Immobilie in seiner Gesamtheit ist natürlich auch größer als das Thema eines Gewerkes.
00:04:08: Und das hat mich ziemlich gefasst.
00:04:10: Jetzt kam ich im Gepäck als Handwerksmeister und Betriebswirt und habe dann die Zeit, 2010,2012 genutzt, mich ständig fortzubilden.
00:04:20: Ja, das heißt, ich habe nochmal an der Hochschule in Mannheim den Immobilien Investmentmanager gemacht.
00:04:26: Ich habe laufend Fortbildungen gemacht.
00:04:29: Und so war ich dann bei dem, vom Projektleiter in die kaufmännische Geschäftsführung eines international agierenden Projektentwicklers aufgestiegen.
00:04:42: Und der Projektentwickler hatte ursprünglich nur den Innenausbau
00:04:47: zum Gegenstand und entwickelte sich auch in Richtung Immobilie.
00:04:51: Das war parallel meine persönliche, was war zuerst da, Huhn oder Ei, aber beides ging eben vom Handwerk über Innenausbau und wir hatten Büros in Wien und in Warschau, das war sehr international geprägt und häufig haben wir eben schon Gebäude beplant mit unserem Ausbau, die noch gar nicht standen und so war meine Faszination dann für die Immobilie entfacht.
00:05:17: Okay.
00:05:17: Spannend.
00:05:18: Ich bin jetzt um einen interessierten, du hast vorhin angesprochen, dass deine Eltern oder zwar quasi ein Familienunternehmen davor, wo du quasi gestartet hast, warum du dich entschieden hast, vielleicht nicht damit voll mit einzusteigen und quasi diese Firma mit zu übernehmen oder weiter auszubauen.
00:05:33: Und dann, wie du gerade angedeutet hast, warst du dann bis in die Geschäftsführung, das du da quasi hoch aufgestiegen bist du aufgestiegen in deiner Karriere.
00:05:40: Wo war dafür vielleicht auch irgendwo so ein Switch, wo du gemerkt hast, ah
00:05:44: es ist zwar schön und gut, da viel Verantwortung zu haben und großes Team unter sich, aber wahrscheinlich jetzt was anderes, was du wahrscheinlich heute machst in deinem eigenen Sachverständigenbüro, wo das Ganze ja vielleicht in ein bisschen kleineren Rahmen stattfindet.
00:05:55: Ja, also alles hat seine Zeit.
00:05:57: Wenn man die Möglichkeit hat, in einem zusammenwachsenden Europa die Länder kennenzulernen, dann ist das was Fantastisches.
00:06:06: Da war ich noch nicht verheiratet, da war ich noch nicht Vater.
00:06:09: Da war es toll, montags in Zürich und mittwochs in Warschau zu sein.
00:06:13: Das war eine fantastische Zeit, ein paar Jahre.
00:06:16: Aber so ändert sich eben auch die persönlichen Dinge aus dem Handwerksbetrieb.
00:06:20: Das habe ich nicht weiter verfolgt.
00:06:22: Generationenkonflikt, da gab es auch in der Familie Leute, die eher, also Familienmitglieder, die das dann eher weiterführen wollten.
00:06:30: Und so bin ich dann meine Reise angetreten.
00:06:34: Ja.
00:06:35: Okay, spannend.
00:06:36: Hast du da die ganzen Weiterbildungen im Bereich Immobilien während deiner normalen Angestelligentätigkeit quasi on Top gemacht?
00:06:41: Richtig, wahrscheinlich viel Wochenend- und Unibüffeln oder nach der Arbeit da noch die Theorie.
00:06:50: Also der Großteil meines Gepäcks Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung ist in der Tat berufsbegleitend.
00:06:56: Das hat sich so ergeben.
00:06:57: Ja, das fing an, ich war Handwerksmeister, der Betriebswert war berufsbegleitend.
00:07:04: Ich bin ja nun mal Hagener, da haben wir die Douglas Holding damals als Konzern sitzen gehabt und krieg gesagt, nichts ist beständiger als der Wandel.
00:07:13: Und das spielt auch so ein bisschen in meinem beruflichen Leben
00:07:18: vom Handwerker über den Betriebswirt zum Immobilien Investment Manager.
00:07:23: Und dann schließlich heute zu dem Sachverständigen.
00:07:26: Der Sachverständige wurde in mir geboren, soweit jetzt die Brücke.
00:07:32: Wir hatten jetzt zwei "Black Swan", mit denen wir in jüngster Vergangenheit zu kämpfen hatten.
00:07:36: Das war einmal die pandemische Situation durch Corona.
00:07:39: Die hat in meiner Wahrnehmung die Berufsarbeitswelt sehr verändert.
00:07:46: Nachhaltig verändert wir werden;
00:07:48: das Homeoffice wird immer ein Bestandteil bleiben.
00:07:50: Wir fragen uns nur noch nach einer quantitativen Verteilung.
00:07:54: Und der zweite Black Swan war eben die geopolitischen Verwerfung, mit denen wir hier in Europa zu leben haben.
00:08:03: Ich bin als 52 - Jähriger eben ein Kind von Gorbatschow, Abrüstung, Glasnost.
00:08:12: Wenn ich gerade geschildert habe, wir waren europaweit in der Projektentwicklung unterwegs, hat sich mit den geopolitischen Verwerfungen ja auch alles gedreht.
00:08:21: Nicht die Projekte, die sind die gleichen geblieben.
00:08:24: Aber der Markt, die Rahmenbedingungen, die Banken haben sich zurückgezogen, die Kosten sind explodiert, die Lieferketten waren nicht mehr gesichert.
00:08:34: Und das hat mir persönlich sehr, sehr zugesetzt, dass man gemerkt hat, man dreht ein riesiges Rad, viele dutzend Mitarbeiter
00:08:41: und man ist auf einmal nur noch Beifahrer und
00:08:44: Hat selber so nicht richtig das Steuer in der Hand ja?!
00:08:46: Nein,
00:08:47: nein, nein.
00:08:47: Also gerade die Projektentwicklung lebt ja sehr stark vom Fremdkapital.
00:08:51: Und ich respektiere das natürlich, aber das war schon beeindruckend, wie sich da von Monat zu Monat an der zweiten Jahreshälfte 2022 quasi, die die Situation geändert hat.
00:09:06: Okay.
00:09:06: Und dann habe ich mir gesagt, ja, meine große Liebe sind die Immobilien.
00:09:10: Ich kann die Immobilie.
00:09:14: Ich bin in der Matrix, Jura, Law, Tax, Finance.
00:09:20: Da bin ich unterwegs.
00:09:21: Das kann ich.
00:09:23: Ja.
00:09:23: Und kam dann im Herbst, 2023, zu einer Fortbildung, DEKRA.
00:09:31: Standardimmobilienbewertung.
00:09:36: Das hörst du dir mal an.
00:09:37: Ein Wochenende in Filderstadt.
00:09:39: Ich hatte einen schönen Geschäftsführer-Vertrag, habe mir diese drei Tage in Filderstadt
00:09:44: angehört,
00:09:45: bin nach Hause gekommen und habe gesagt, das war's.
00:09:49: Als wenn alles bisher dafür vorgesehen war, das ist genau
00:09:54: Die Sterne sind richtig gestanden...Ja,
00:09:57: in Zuffenhausen, das passt ja dann auch alles noch.
00:10:01: Also das war schon ein ganz beeindruckendes Wochenende.
00:10:05: Weil ich gemerkt habe, ich kann mit diesem Sachverständigenwesen erstens meine Erfahrung und Expertise einbringen, genauer auf den Punkt.
00:10:15: Auf der anderen Seite auch mein Lebensmodell, mein Privates.
00:10:18: Ich wollte nicht mehr so viel reisen.
00:10:20: Meine Tochter war zehn Jahre; mit 50, muss man auch nicht mehr das machen, was man mit 35 macht.
00:10:26: Und dann habe ich gemerkt, okay.
00:10:29: Damit würde ich gerne mein Geld verdienen wollen.
00:10:33: Und dann begann eben Weihnachten 2023 meine Reise in das Sachverständigenwesen.
00:10:42: Und mit der Reise, auf der bin ich jetzt immer noch, bin ich sehr zufrieden.
00:10:49: sehr spannend und ja, wie du schon angedeutet hast, gerade wenn man zum einen sich mit Immobilien gut auskennt und man generell die Branche an sich verstanden hat und durch die Projektentwicklung war du da eben mit vielen Gewerken ja auch schon vorher involviert und dann eben genau der Punkt, weshalb ja insbesondere die Wertermittlung dann auch für die Auftraggeber so wertvoll ist, wenn man sich eben gut mit der rechtlichen Thematik auskennt und mit der steuerlichen Thematik, woher einfach die höchste Wertschöpfung entstehen kann, durch die Verkehrswertgutachten und Co., die du nachher erstellst, waren es tatsächlich so, sagen wir mal, die perfekte Gelegenheit und es ist quasi alles zusammengefallen bei dir, wo du dann gesagt hast, das ist genau das Geschäftsmodell oder diese Art von Branche, für die ich im Grunde schon alles mitbringe, sodass dann nur noch am Ende des Tages wahrscheinlich, okay, ich habe jetzt verstanden, die DEKRA D1 ist ein Start, aber das ist für mich als Zertifizierung noch nicht das, mit dem ich meine eigentliche Tätigkeit oder voll und ganz darauf umsatteln kann.
00:11:43: Völlig richtig, wenn gleich ich so strategisch und so planmäßig nicht dran gegangen bin, sondern einfach, das hatte mich von der Materie her gefasst.
00:11:52: Das
00:11:53: war wirklich, ich habe da nicht gedacht, das ist es jetzt, aber so von der Materie her und dann kam alles andere als Follow-up.
00:12:01: Ja und dann, ich bin eben ein sehr, sehr konsequenter Mensch, dann habe ich gesagt, dann gehst du hinweg, D1, D2,
00:12:09: D3, Beleihungswert, HypZert, Wertermittler, Kleindarlehen und so weiter.
00:12:15: Okay.
00:12:16: Und hat mich dann mit Dekrad D3 im Gepäck am 01.12. des vergangenen Jahres (2024) selbstständig gemacht.
00:12:25: Okay.
00:12:26: Hielt mich aufgrund von fünfzehn Jahren Erfahrung in der Immobilienbranche eigentlich auch für gerüstet die Selbstständigkeit auszuüben.
00:12:36: Mhm.
00:12:36: Aber ich muss sagen.
00:12:40: Dieser Stand der Qualifizierung hatte keinen Marktwert.
00:12:44: Okay, bedeutet du dachtest im ersten Schritt, du bist eigentlich jetzt schon top ausgebildet und kannst die Tätigkeit nachgehen.
00:12:49: Hast du aber gemerkt, dass was der Markt eigentlich braucht oder nachfrägt, ist eigentlich noch und doch noch mal vielleicht eine Schippe mehr.
00:12:55: Genau, also wir sind in Deutschland ja sehr stark reguliert.
00:12:59: Wir sind auch reguliert im Kopf.
00:13:01: Ich nenn es immer Wimpelchen.
00:13:04: Diese gefühlte und tatsächliche Kompetenz, also mit DEKRA D3, und das ist jetzt nicht despektierlich, das ist wirklich wertschätzend.
00:13:11: Das hat mich an was ganz Tolles herangeführt.
00:13:13: Kannst du in dem Bereich, wo mein Schwerpunkt liegt, kein Blumentopf gewinnen.
00:13:18: Ich kann steuern, ich kann Bewertungsgesetz, aber damit nicht
00:13:24: auch nicht schlimm, weil zeitgleich suchte meine Kammer, meine heimische südwestfälische Industrie- und Handelskammer Sachverständige.
00:13:33: Okay, dachte ich mir, es ist eigentlich ein bisschen früh, es ist zwei Jahre zu früh, man hat ja so eine eigene Planung, aber ich hatte der Kammer viel zu verdanken.
00:13:42: Ich bin Handelsrichter am Landgericht, für die Hagener Dritte Kammer für Handelssachen.
00:13:46: Ich bin mit zwanzig zu den Wirtschaftionären, die auch immer an die Industrie, also an die Handelskammer angegliedert sind.
00:13:52: Da habe ich mir gedacht, okay, Ich werd mal vorstellig und musste dann mit der Industrie und Handelskammer mal Eigen- und Fremdwahrnehmung besprechen.
00:14:00: Und die haben gesagt, nein, wer es über so viel Erfahrung verfügt, den wollen wir sogar, weil es geht ja bei der öffentlichen Bestellung um den Nachweis der tatsächlichen Sachkunde.
00:14:16: Und den kann man auch so viele Art und Weise erlangen.
00:14:19: Ja, dann haben die gesagt, nein, bitte, wir würden es sehr begrüßen, wenn sie sich bewerben.
00:14:24: Habe dann im Weihnachten meine Bewerbungsunterlagen, meine Antragsunterlagen abgegeben.
00:14:31: Und habe parallel auch meine 17024- Zertifizierung auch beantragt.
00:14:40: Bei wem hast machst du das gemacht?
00:14:41: Ich habe das zunächst im Hause Sprengnetter gemacht.
00:14:45: Und anschließend bei der IQZert.
00:14:48: Bei Sprengnetter waren die Prüfungstermine bis in das Jahr 2026 ausgebucht.
00:14:53: Und die IQZert war nicht so stark ausgebucht.
00:14:56: Und wir haben ja einen sehr, sehr großen Drang.
00:15:00: Nicht zuletzt durch das wirklich gehypte Thema Restnutzungsdauer Gutachten, sodass ich gesagt habe, erstens will ich irgendwann mal fertig sein mit meinen Fortbildungen.
00:15:10: Zweitens, glaube ich, diesen Wimpel brauche ich auch noch.
00:15:13: Du musst wissen, als ich im Herbst 2023, die Reise angetreten bin und war dann im Sommer 2025, ich habe zwei Jahre lang, obwohl ich 52 bin und da kann ich ein Jahr mit meiner Frau die Terrasse draußen genießen, jedes Wochenende irgendetwas gemacht, jeden Abend gelernt.
00:15:34: Ich habe aus meinem Ersparten locker dreißigtausend Euro für Fortbildungen investiert, und zwar ist da noch nicht dabei
00:15:44: so Themen wie Reise, wie Hotel oder aber in den Vorbereitungsmonaten zu den Prüfungen ist da dann auch als selbstständiger Umsatzausfall.
00:15:53: Das ist also nicht dabei.
00:15:55: Und irgendwann wollte ich mal mit dem ganzen Thema fertig sein.
00:15:58: Deswegen bin ich dann eben vom einen dakks-akkreditierten Anbieter zum nächsten gegangen.
00:16:03: Und ja, die öffentliche Bestellung ist vom Prüfungsumfang her eins zu eins.
00:16:13: Das, was die 17024 ist.
00:16:16: Okay, also das wird jetzt wahrscheinlich viele, der Sachverständigen-Kollegen überraschen, weil ich sage mal, wenn man so mit den Gutachtern spricht, den normalen Austausch und häufig die öffentliche Bestellung wird auch so eine Art Sockel gesetzt, die ist besonders schwierig, da fallen neunzig Prozent durch, das kriegt keiner hin in Anführungszeichen.
00:16:33: Da wird jetzt die Frage, weil du es ja live erlebt hast und wahrscheinlich auch relativ zeitgleich gemacht hast, die beiden Prüfungen oder relativ nahe nacheinander.
00:16:42: Wie du das schon angedeutet hast, zum einen, wie läuft denn so eine öffentliche Bestellung bei vom Grundsatz ab?
00:16:48: und ich habe zum Beispiel gehört, als ich mich jetzt mal vielleicht auch verurteile, hey, geht doch zu dieser einen Industrie- und Handelskammer, weil da ist die angeblich immer viel einfacher als beide anderen.
00:16:57: Stimmt denn sowas oder gibt es da vielleicht doch irgendwie auch von genormten Prüfungen?
00:17:01: Nenn ich's mal?
00:17:03: Das ist, zunächst einmal ist nachher die letzte Prüfung, das ist eine bundeseinheitliche Prüfung.
00:17:09: Einem gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit liegen die gleichen Umschläge in ganz Deutschland aus, bei jeder Kammer.
00:17:16: Das heißt also, da ist es schwieriger bei der Kammer.
00:17:20: Es ist eine Aussage, die lässt sich rational nicht wieder empfinden.
00:17:24: Ich erlebe einige, die gehen bewusst in die heimische Kammer.
00:17:28: Ich erlebe auch andere, die gehen bewusst in eine Kammer auswärts.
00:17:33: Das sind dann so persönliche Gründe, das sind persönliche Befindlichkeiten, vielleicht ist es manchmal ein Erfahrungswert, also bei meiner Kammer war das zum Beispiel so, die haben gesagt, unsere eigenen Kammermitglieder prüfen wir hier nicht.
00:17:44: Das hat aber mit Compliance zu tun, ich bin dann also für die Prüfung in die Nachbarkammer quasi verwiesen worden.
00:17:53: Also... Wir tun der 17024 unrecht, wenn wir sie auf einen anderen Sockel stellen, die Prüfung, die Anforderungen sind identisch. Nun muss man sagen bei der öffentlichen Bestellung gibt es ja nur einen Schuss, da gibt es keine Klassen, alle dakks-akkreditierten Anbieter haben ja Klassen etabliert in der 17024 - Standard, Gewerbe alle und so weiter, das kennt die öffentliche Bestellung nicht...Und wer sich mal so ein bisschen mit der universitären Ausbildung auseinandergesetzt hat, der weiß, wenn ich in eine Uni gehe, da brauche ich erstmal ein, zwei Semester, um mich zurechtzufinden.
00:18:36: Ich muss wissen, wie mache ich meinen eigenen Stundenplan, als dann Ende der 90er Jahre aus dem angelsächsischen Raum des Bachelor- und Masterwesen rüberkam
00:18:45: war auf einmal das Studium verschult.
00:18:48: Und das möchte ich gerne vergleichen.
00:18:50: Das hat beides seine Berechtigung.
00:18:52: Und es gibt Leute, die brauchen das, die müssen über die Eingangstufe an die Hand genommen werden, mit Repetitorium, mit Tutorium und das ist alles in Ordnung.
00:19:04: Das hat die öffentliche Bestellung nicht.
00:19:06: Und die öffentliche Bestellung ist auch eine Blackbox, weil es ist der Nachweis der tatsächlichen Sach- und Fachkunde.
00:19:16: Und jetzt lehnen wir uns mal zurück und sagen, okay, wenn ich mich dafür anmelde, dann muss sie ja eigentlich vorhanden sein.
00:19:25: Und zwar nicht für eine Eingangsstufe, nicht für eine Mittel- oder für einen Top-Grade und ohne Repetitorium, sondern mit, auch ohne Tutorium, sondern die Sachkunde ist einfach da.
00:19:38: Und insofern unterscheidet sich beides.
00:19:40: Es hat beides eine Berechtigung, was ich urteile.
00:19:44: Während ja beides seine Vorteile hat, was ich urteile, ist die öffentliche Bestellung erdienst dir.
00:19:51: Du brauchst Zugang zu der Kammer, du brauchst zehn Fürsprecher.
00:19:56: Und die, die dann sagen, ja, der hat wirklich die Sachkunde, der darf das tun.
00:20:02: Und das ist natürlich auch bei den dakks-Akkreditierten anders.
00:20:05: Das ist...
00:20:07: Bitte, Timo?
00:20:08: Genau, da würde ich jetzt gerne noch eine Rückfrage stellen.
00:20:11: Und zwar, wie du gesagt hast, die... Prüfung selber ist bundeseinheitlich, aber es klingt trotzdem so, dass am Ende vielleicht der Prüfungsausschuss innerhalb der Kammer entscheidet, ob dann dieses Ergebnis zum einen das schriftliche Ergebnis korrekt ist und auch ob eben diese mündlichen Fragen, die wahrscheinlich auch noch kommen, der mündliche Prüfung wird es sicherlich auch geben, ob da eben, sag ich mal, souverän genug geantwortet wurde, wohingegen es für mich jetzt so klingt, wenn ich eben die klassische 17024- Prüfung habe, da ist es eher so, ich sage mal vielleicht wie in der Schule, es ist ganz klar, wofür gibt es einen halben Punkt Fehler, wofür gibt es einen ganzen Punkt Fehler, wenn ich halt über eine gewisse Punktegrenze bin, habe ich es einfach geschafft.
00:20:48: Ja, aber das ist bei
00:20:49: beiden so.
00:20:50: Also in beiden Prüfungskommissionen saßen keine Unmenschen.
00:20:53: Ich hatte in beiden Prüfungen jemals einen Schnitzer.
00:20:59: Und die Prüfer haben mich mit auf die Reise genommen.
00:21:01: Die haben gesagt, du verläufst dich gerade, Junge.
00:21:05: Das war also in beiden Fällen, weil, guck mal, wie groß die Immobilienbewertung ist.
00:21:09: Das ist Bauphysik, das ist Mathematik, das ist Makro, das ist Mikro.
00:21:14: Und nein, da stehen sich beide nichts im Weg.
00:21:16: Und natürlich am Ende des Tages eine Prüfungskommission von Menschen zusammengesetzt.
00:21:23: Und so wie es in den Wald hineinruft, schallt es auch heraus, wenn man sich hinsetzt und sagt, ich bin es und ich kann alles.
00:21:29: Das ist dann vielleicht ein bisschen was anderes, als wenn man sich eine Sachkundeprüfung stellt.
00:21:34: Und sagt auch wirklich mal zu einem Thema, ich weiß es nicht.
00:21:38: Oder ich habe eine andere Meinung.
00:21:42: Aber ich möchte noch mal gerne auf den Punkt Timo zurück erdient.
00:21:48: Bei der Kammer ist es schon so, du läufst mit zehn Leuten, die erst mal für dich sprechen.
00:21:54: Du musst im ersten Aufschlag fünf Vollgutachten bringen.
00:21:59: Man muss eine Steuerfreistellung, dann Insolvenzregister, polizeiliches Führungszeugnis und so.
00:22:08: Du hast ja keine Möglichkeit da wirklich dran zu kommen.
00:22:15: Wenn zum Beispiel im Kammerbezirk kein Bedarf ist, lassen die auch niemanden zu.
00:22:22: Das muss man ganz klar sagen
00:22:23: und hinter auch den dakks-akkreditierten Zertifizierungsstellen stecken ja Betriebe, Unternehmen mit wirtschaftlichen Zwecken.
00:22:32: Die machen lieber einen Kurs mehr als zu sagen wir haben im Moment keinen Bedarf.
00:22:38: Wenn man aber allein die sage ich mal vielleicht die Auftragslage vieler öffentlich bestellen und vereidigten Kollegen anschaut oder mal da selber anruft und fragt, ey wann haben sie den Termin für mich?
00:22:49: Und dann heißt es ja, wenn es gut läuft in einem dreiviertel Jahr dann würde ich mal subjektiv sagen, dass eigentlich aktuell fast überall Bedarf besteht, weil die öffentlich bestellt und vereidigten so viel mit Gerichtsprozessen und Co. eingenommen sind, dass die für die normalen Privataufträge oder jetzt werden sie vielleicht künftig die einzigen sind, die noch diese Restnutzungsdauergeschichte überhaupt machen dürfen.
00:23:08: Es steht ja gerad in der Schwebe, dass die dann Himmel hoch vielleicht viel zu stark ausgelastet sind, dass eigentlich viel mehr Bedarf besteht als Angebot vorhanden ist.
00:23:17: Also wir haben ganz klar Nachfrageüberhang.
00:23:19: Wir haben und je nachdem welche Quelle man folgt, 1000 öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Immobilienbewertung in Deutschland.
00:23:33: Jetzt bin ich Newcomer und möchte mal ans Ziel.
00:23:36: Der Bundesgerichtshof hat die 17024 und die öffentliche Bestellung gleichgesetzt.
00:23:41: Und die 17024 kann ich über verschiedene Anbieter in verschiedenen Modulen erreichen.
00:23:51: Ja, was mache ich denn?
00:23:53: Mache ich die öffentliche Bestellung?
00:23:55: Wo ich vielleicht zehn Leute als Fürsprecher brauche?
00:23:57: Fünfzehn Jahre Historie.
00:24:00: Oder oder oder.
00:24:01: Also da müssen sich beide noch ein bisschen besser abstimmen.
00:24:05: Und in dieser ganzen Diskussion verlieren wir eines vor Augen, das ist wirklich die tatsächliche Kompetenz.
00:24:15: Und das stört mich gerade so ein bisschen.
00:24:17: Es redet keiner über einen exakten Anforderungskatalog.
00:24:21: Lass uns einfach die Restnutzungsdauer jetzt definieren.
00:24:25: Über zwei, drei formale, ein Dutzend materielle Punkte.
00:24:29: Und dann ist das erschlagen,
00:24:32: Wir halten uns fest an formal und dakks-akkreditiert und aus dem Ausland für 295 Pfund in Irland - alles Blödsinn.
00:24:40: Wir wollen vernünftige ordentliche, anständige Gutachten.
00:24:45: Und deren Herkunft ist mir eigentlich schnuppe.
00:24:48: Ich kenne genügend 60, 65 plus öffentlich Bestellte, die sich noch nicht so in den Rahmenbedingungen der ImmoWert V 2021, die ja nun seit 01.01.2022 mit Übergangsvorschriften seit 01.01.2025 in Kraft ist, gar nicht so vertraut sind, weil die haben das 20 Jahre anders gemacht.
00:25:07: Will ich nicht abwerten, aber ich will einfach mal dieses Verständnis für. Das Ziel muss sein anständige Gutachten die belastbar sind, abgegrenzt von Gefälligkeitsgutachten, wo niemand vor Ort war, mit den Steuern gespart wird, da halte ich mal Gornix von.
00:25:27: Und dann kriegen wir das auch hin.
00:25:28: Aber die 17024 darf man nicht despektierlich betrachten.
00:25:33: Das ist mir ganz wichtig, mal zu senden.
00:25:36: Ich habe beides gemacht.
00:25:37: Und warum habe ich beides gemacht?
00:25:39: Der Zugang zu den öffentlich Bestellten ist limitiert, der ist begrenzt, weil ich brauche Fürsprecher, die Angebotssituation.
00:25:49: Die 17024 wird meiner Meinung nach zunehmend an Bedeutung gewinnen.
00:25:54: Und deswegen habe ich trotz, dass ich die öffentliche Bestellung in der Tasche hatte, auch noch die beiden letzten Prüfungen gemacht für die 17024.
00:26:02: Ja.
00:26:02: Okay, verstanden.
00:26:03: Jetzt würde mich mal interessieren bei dir, einfach jetzt in deiner, sagen wir mal vielleicht, Vita.
00:26:08: Gab es eine gewisse Zeit, wo du dann nur eine von beiden Zertifizierungen oder Qualifikationsnachweisen hattest, sodass du jetzt vielleicht auch so einen Unterschied sagen kannst, ob denn die öffentliche Bestellung irgendwie den großen Vor- oder Nachteil jetzt für dich an deinem normalen Arbeitsalltag hat?
00:26:21: Weil was ich von manchen Sachverständigen höre, ist, ich will nicht immer vom Gericht zitiert werden, ich habe gar keinen Bock auf die Öbuv.
00:26:28: Wohingegen manche
00:26:29: Andere sagen an die öffentliche Bestellung, das hat halt auch eine gewisse Strahlkraft, ich meine... Da guckt dich jeder so ein bisschen mit, boah, an, oder vor allem sei es Anwälte und
00:26:36: Co.,
00:26:37: die immer dann noch auf die Nummer sicher gehen und sagen, wir wissen zwar, dass es die Gleichstellung gibt
00:26:40: aber ich habe schon so viele in der Vergangenheit gehabt und bin mit den öffentlich bestellten und vereidigen Kollegen gut gefahren.
00:26:46: Warum soll ich da jetzt etwas anders machen, nur weil ich vielleicht eine andere Auswahlmöglichkeit noch hätte?
00:26:52: Ja, also das nehme ich wahr in der Tat.
00:26:58: Ich hielt am Anfang, ehrlich gesagt, die öffentliche Bestellung, als ich mich angemeldet habe, für die Galerie.
00:27:04: Weil ich habe ja nur meine Sachkunde unter Beweis gestellt.
00:27:07: Ich habe ja keine Fortbildung gemacht.
00:27:10: Ich habe keine Weiterbildung gemacht, sondern nur mein Wissen und vorgelegt und das ist ratifiziert worden.
00:27:17: Nein, das ist der totale Game Changer.
00:27:22: Okay, das ist wirklich so, dass die Leute auf Nummer sicher gehen wollen.
00:27:25: Ich gehe ans Telefon, da sind sie öffentlich bestellt.
00:27:28: Alles klar.
00:27:28: Die 17024 ist zwar in der Fachwelt angekommen, aber auch nur im Fachpublikum.
00:27:38: Das heißt, wenn ich mit dem Steuerberater oder so, der weiß das.
00:27:42: Der kennt ja auch diese Aufteile in einem Ministerialschreiben und so weiter.
00:27:50: Ja, man bekommt gewisse Aufträge nur wegen der öffentlichen Bestellung.
00:27:55: Aber ich möchte mal ganz klar darstellen, dass es nicht die conditio-sine-qua-non ist, um meinen Beruf auszuüben.
00:28:01: Das ist nicht das Muss, das ist nicht das Beil, das ist nicht die Kreuzung, an der man abbiegt.
00:28:07: Es gibt Sachverständige für Immobiliebewertung, die sind eher an die Makler- und Baufinanzierungsthematik angebunden.
00:28:16: Die sind bis D3 bei DEKRA hervorragend mitgefahren.
00:28:21: Es gibt Sachverständige, die sehr an dem institutionellen Bereich, an dem finanzwirtschaftlichen Bereich, sehr interessiert sind.
00:28:29: Da fragt niemand nach der öffentlichen Bestellung
00:28:32: im Gegenteil, die fragen nur nach HypZert.
00:28:35: Warum fragen
00:28:37: alle nach HypZert?
00:28:38: Weil, wer ist Gesellschafter von der HypZert?
00:28:41: Raiffeisen und Sparkassen.
00:28:44: Gerichte gucken in erster Linie nach den öffentlich Bestellten.
00:28:49: Da
00:28:49: allerdings, wie du ja gerade beschrieben hast, die nicht mehr so häufig sind und die Prozessdauer, und ich erlebe es ja selber als Handelsrichter, sich lange, lange strecken, ist es auch aufgeweicht
00:28:59: es wirkt mittlerweile nach 407 ZPO gerichtlich beauftragte Gutachter, die nicht öffentlich bestellt sind.
00:29:07: Ich persönlich finde es als den Ritterschlag für ein deutsches Gericht, ein Gutachtenschreiben zu dürfen.
00:29:15: Ja, wenn ich oben angekommen bin, muss ich mich natürlich fragen, das Vergütungsgesetz und das, was ich am freien Markt bekomme.
00:29:23: Da ist ein Unterschied.
00:29:25: Ich habe allerdings auch gehört, dass es Gerichte gibt, die das mittlerweile akzeptieren, wo man auch mit den Pauschalpreisen machen kann.
00:29:33: Andererseits wird in der freien Wirtschaft nicht jede Stunde der Recherche bezahlt und da wird es bezahlt.
00:29:39: Und ich finde, man darf auch nicht alles monetär.
00:29:42: betrachten und beurteilen.
00:29:44: Ich finde es persönlich, als Ritterschlag für das Gericht zu arbeiten.
00:29:49: Manche finden es als Belastung.
00:29:50: Ja, aber wenn die aufstehen und sagen, ich mache es nicht für hundertdreißig, weil unter zweihundertfünfzig die Stunde arbeite ich nicht, dann sagt das auch viel.
00:30:01: Und deswegen finde ich es ist immer noch eine besondere, auch wenn du mal die öffentliche Bestellung durchgemacht hast und unterschreibst dann die rechtlichen Belehrungen, Timo,
00:30:09: dann siehst du, das ist nochmal eine andere Liga.
00:30:14: Ne ok gut.
00:30:15: Find es jetzt vor allem schön, dass du auch noch mal untergliedert hast, die verschiedenen, nenn's jetzt mal Qualifikationsstufen und auch von welchem Bereich.
00:30:21: Denn was wirklich erforderlich ist, dann vielleicht auch nicht, sodass man auch ganz klar sagen kann, ich muss nicht immer alles haben, sondern es kommt immer darauf an, wenigstens vielleicht auch als Kunden oder nachher in welchem Bereich.
00:30:33: Das Sachverständigenwesen sein.
00:30:35: wo ich meine Expertise quasi einbringen möchte.
00:30:37: Beim einen ist dann eher, sei es HypZert und Co. wichtig, wo hingegen vielleicht auch ein dickes Zertifikat ausreichen kann.
00:30:45: Also
00:30:45: zum Beispiel, weil bei mir als Betriebswirt mit so einem Netzwerk in Steuern, ich brauche nicht auf den Platz aufzulaufen, wenn ich nicht die öffentliche Bestellung habe.
00:30:58: Weil es wird niemand bei mir etwas beauftragen, wo eventuell das Finanzamt sagt, nee, wir wollen lieber einen öffentlichen Bestellten haben.
00:31:04: Ja, das ist einfach immer das Risiko zu groß.
00:31:07: Du kannst noch so gut sein, wenn du nachher formal deswegen abgelehnt wirst.
00:31:10: Ja, haben die ein Problem.
00:31:11: Ja,
00:31:11: das ist ja auch nicht nur der Empfänger, es ist ja auch der Sender.
00:31:15: Was ist das denn für mich für ein Geschäftsmodell, wenn ich Gutachten verkaufe, mit dem Bewusstsein, ob das durchgeht, hängt in der Willkür des Sachbearbeiters ab?
00:31:27: Das ist alles nicht richtig.
00:31:28: Und deswegen habe ich dann für mich schnell letztes Jahr erkannt, ich muss den Weg zu Ende gehen
00:31:32: 95 Meter, wer 95 Meter der erste ist, kann den hundert Meter Lauf nicht gewinnen.
00:31:38: Und die letzten fünf Meter waren echt eine Qual in jeder Hinsicht.
00:31:43: Aber sie waren konsequent und richtig.
00:31:46: Okay, super.
00:31:47: Freut mich schon, dass du da über den für dich richtigen Weg gewählt hast.
00:31:51: Jetzt hast du trotzdem vorhin gesagt, dass du das natürlich deine Sachverständigkeit noch relativ jung ist, nenn ich es jetzt mal.
00:31:57: Ja.
00:31:58: Wird mich trotzdem interessieren, wie bist du denn vielleicht so in deine Selbstständigkeit da?
00:32:03: Ja, wie hast du damit begonnen?
00:32:04: Hat sich da vielleicht was jetzt auch entwickelt im Laufe der Monate oder dieser ersten Zeit?
00:32:10: Oder hast du jetzt vielleicht, weißt du, alleine tätig?
00:32:12: Hast du schon Assistenz oder Mitarbeiter oder ist da was geplant?
00:32:15: Weil das auch immer eine Überlegung ist, wo ich mit einigen Sachverständigen spreche, die sagen, boah, so eigentlich.
00:32:21: Habe ich mehr als genug zu tun, aber irgendwie diesen Schritt dann zu gehen und sei es ein eigenes Büro anzumieten oder wirklich einen Assistenz ranzuholen, die mir mal Sachen abnimmt, die jetzt nicht vielleicht meine Sachverständigen Expertise benötigen, da irgendwas hindert mich noch daran.
00:32:36: Weil natürlich auch, jetzt in Falle von einem klassischen Unternehmen, natürlich im Sachverständigenbüro, deutlich weniger delegiert werden kann an sagen wir mal Mitarbeiter, weil eben vor allem beim öffentlich Bestellten natürlich alles ein dir, an deiner Person hängt.
00:32:49: Würde mich das interessieren, wie du das handhabst?
00:32:52: Also ich bin alleine und ich bleibe alleine.
00:32:55: Ich habe mir nach meinem Empfinden ein sehr attraktives Büro angemietet, weil ich es einfach wichtig finde, Wohnen und Büro zu trennen.
00:33:05: Und die Klientel, die ich anspreche, die möchte ich auch entsprechend empfangen.
00:33:11: Und das ist ja eine Frage des Mindsets.
00:33:12: Ich komme zu Ihnen, klammer auf, weil ich habe zu Hause unter dem Dach in meinem Büro.
00:33:17: Das Heim im Arbeitszimmer, ja genau.
00:33:20: Also das ist ein Mindset.
00:33:22: Und ich plane eigentlich alleine zu sein.
00:33:26: Wir haben riesige Schritte gemacht mit der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz.
00:33:31: Ja, ich sitze mit Hagen in einem Bundesland NRW, das hervorragend mittlerweile in den Geoportalen ausgestattet ist.
00:33:41: Das heißt, meine Recherchetätigkeit ist nur ein Bruchteil dessen von Kollegen in Bayern oder Baden-Württemberg zum Beispiel.
00:33:51: Ich habe angefangen ohne irgendeinen Auftrag, weil ich war ja überzeugt, ich bin da richtig unterwegs.
00:33:58: Und heute ist es so, dass ich habe jetzt quasi mein erstes Jahr in vier Wochen hinter mir, wenn ich das am Umsatz messe, gut zwei bis drei Monate Vorlauf für mich alleine.
00:34:11: Sehr schön.
00:34:12: Das darf
00:34:13: auch nicht mehr werden, weil ich eine gewisse Maß an Flexibilität mir noch gönnen möchte, was auch meine Mandanten erwarten.
00:34:22: Ich plane nicht, mir jemand einzustellen.
00:34:27: Ja, als Assistenz oder sonst irgendwie was, ist es einfach mein USP, dass die Kunden haben meine Handynummer, ich komme raus, ich schreibe selber und was ich mir vorstelle
00:34:42: und das sind sicherlich überratliche Kooperationen an der EQUAL, weil der Austausch unter den Sachverständigen, man kann zwar viel lesen und recherchieren, aber mal das diskutieren.
00:34:57: Das werde ich sicherlich tun.
00:34:58: Da gibt es zwei, drei interessante Partner, die ich jetzt in den letzten zwei Jahren, drei Jahren kennengelernt habe.
00:35:06: Und das wird sicherlich irgendwo Kooperation, inwieweit man dann näher zusammenarbeitet.
00:35:11: Ja, aber es bleibt bei meiner Selbstständigkeit alleine und in eigenem Büro, in repräsentativen Umfeld.
00:35:19: Also ich bin jetzt nicht der Typ, der auf dem Dachboden sitzt und da in die Tasten haut.
00:35:24: Ja, habe ich verstanden.
00:35:26: Jetzt sehr spannend.
00:35:28: Jetzt doch eine schnelle Frage, Antwort, Runde.
00:35:30: Und zwar, weil da auch wieder die Sachverständigenwelt, sage ich mal, in sehr unterschiedlichen Lagern sein können.
00:35:36: Und da du jetzt relativ kurz als Sachverständiger bist und verhältnismäßig zu anderen öffentlich bestellten, vereidigen Kollegen, die es halt schon seit Jahrzehnten machen.
00:35:44: Womit schreibst du denn Gutachten?
00:35:45: Na Software oder Word and Excel?
00:35:48: Ich schreib sie mit einer Software.
00:35:50: Das war vom ersten Tag an für mich keine Frage.
00:35:54: Das war für mich ganz, weil ich mich auf meine, ich konzentriere mich auf den Inhalt und nicht auf Zeilenumbrüche.
00:36:01: Ja, perfekt.
00:36:02: Nee, ich denke, das ist tatsächlich auch noch mal ein potenzielles Thema für sich, weil es auch so unterschiedliche Meinungen gibt und vermutlich auch einfach aus der Historie heraus, weil wenn ich vor 10, 15 Jahren damit begonnen hatte und es damals noch keine anständige Software gab - ich habe mir das selber erarbeitet, dann will ich natürlich höchstwahrscheinlich dabei bleiben.
00:36:19: Aber aus dem heutigen Status Quo sehe ich auch da sehr viele Vorteile.
00:36:23: Insbesondere du hast es angesprochen, Digitalisierung und Co. wird das Ganze in der Zukunft noch ein Ticken vielleicht einfacher und effizienter machen, die drumherum um das überlegen, an welchen Faktor setze ich jetzt wann, aus welchem Grund an.
00:36:40: Wenn
00:36:41: mein gesamtes Ökosystem aufgebaut wäre auf Word und Excel und ich wäre zehn Jahre älter, dann würde ich mir die Frage stellen, ob ich noch wechseln.
00:36:50: Ja, klar.
00:36:51: Ich habe neu angefangen, also habe ich mir den Markt angeguckt.
00:36:54: Ich habe mit der Firma Rezen in München ein extremst innovatives Unternehmen.
00:36:59: Ich war von der ersten Minute an überzeugt, dass der die Bausteine liefert.
00:37:03: Wir haben jetzt zum Beispiel eine App für die Objektaufnahme.
00:37:08: Ich mache nicht mehr Klemmbrett und Bleistift und im Büro komme ich an und
00:37:12: Oh, da war ein Treppenstufen, bin ich ausgerutscht, ich kann es nicht mehr lesen.
00:37:17: Und das sind natürlich die Situationen, wo du dann auch sagst, ich brauche keine Assistentin.
00:37:22: Da bin ich bei dir, wenn die Prozesse so... gut ineinandergreifen, dann gibt es wahrscheinlich gar nichts den großen Arbeitserleichterungen durch eine mögliche Assistenz und Co.
00:37:32: Sehr schön.
00:37:34: Eine Frage noch ganz zum Schluss.
00:37:35: Und zwar, hören da viele Sachverständige zu, die zum einen vielleicht gerade daran sind, die ISO-Zertifizierung zu machen oder jetzt eine dakks-akkreditierte machen oder schon immer mit dem Gedanken überlegt haben, ah, die öffentliche Bestellung vielleicht irgendwann in der Zukunft.
00:37:50: Was würdest du solchen Kollegen vielleicht als Tipp geben, dass sie vielleicht auch eine höhere Erfolgsquote haben?
00:37:56: Weil jedenfalls so höre ich sie immer raus, das ist sehr viele
00:37:59: Anwärter auch auf die öffentliche Bestellung gibt, die am Ende des Tages das Ganze nicht schaffen und eben oder jedenfalls nicht vom ersten Anlauf.
00:38:06: Was würdest du den Kollegen
00:38:07: Das ist das, was ich gerade als Black Box bezeichnet habe -
00:38:09: im ersten Anlauf ohne Mentor, ja, fünf Vollgutachten abgeben und dann zu einer Prüfung eingeladen werden oder nicht, ist ein Riesenhürde.
00:38:18: Ich kann das belegen, was du gerade sagst.
00:38:20: In ganz NRW haben dieses Jahr das ganze Kalenderjahr 2025, nur zwei Leute die öffentliche Bestellung erreicht/
00:38:29: bekommen.
00:38:30: Einer davon bin ich.
00:38:32: Das zeigt ja auch A, wie viele melden sich an und B, wie viele sind in dem Prozess durchgefallen.
00:38:41: Ich kann sagen, für mich war immer die Fachkompetenz ganz vorne, und zwar die tatsächliche Fachkompetenz.
00:38:49: Und ich rate jedem diesen Weg zu gehen.
00:38:52: Wer ernsthaft mitspielen will, dem rate ich auch heute auf die 17024 zu setzen, ich finde diesen modularen Aufbau hervorragend.
00:39:03: Das ist immer so in der Lehre gewesen.
00:39:05: Vom Einfachen zum Schwierigen, vom Einfachen zum Komplexen.
00:39:09: Und warum soll man den Weg nicht gehen?
00:39:11: Früher, ich bin in die Uni gegangen und habe erst mal geguckt, wo ist denn der Kakaobunker hier?
00:39:16: So.
00:39:16: Und heute hast du ein duales Studium, ein Bachelor, ein Master.
00:39:21: Und das sollten sich die Sachverständigen auch zu Herzen nehmen.
00:39:26: Okay, super.
00:39:27: Ja, vielen lieben Dank, Michael.
00:39:29: Dafür den Einblick einmal in deine Reise nenn ich's mal.
00:39:31: Und wie du, was du dabei gelernt hast, und ich denke, da konnten sich viele Kollegen, Sachverständigenkollegen auch den ein oder anderen Input rausholen und eine neue Erkenntnis ziehen.
00:39:40: Und da vielleicht auch so ein bisschen vielleicht die Angst zu verlieren und zu wissen, worauf kommt es wirklich an oder an der einer oder anderen Stelle umdenken.
00:39:47: Also du kannst gerne, du kannst gerne Timo meine Kontaktdaten verlinken.
00:39:52: Ich erlebe, dass in den... Ja, ganz häufig, dass Leute, die mit der Idee sich auseinandergesetzt haben, wirklich nochmal ganz konkret eine Frage haben, ja?
00:40:01: Und bin ich gerne bereit zu antworten, welches Institut oder wie war der Ablauf genau?
00:40:09: Für das Telefonat bitte unter Kollegen, your network is your network, von daher bin ich immer gerne bereit, Timo.
00:40:16: Ja, werden wir machen in den Show Notes verlinken und auch unter dem YouTube Video entsprechend in den Kommentaren bzw.
00:40:21: ja in der Beschreibung.
00:40:22: Sehr schön, Michael.
00:40:23: Dann bedanke ich mich fürs angenehme Interview.
00:40:26: Ich denke, da haben wir vielleicht schon das eine oder andere Thema, wo wir vielleicht in der Zukunft nochmal eine zweite Folge aufnehmen können.
00:40:30: Schauen wir mal, wie es sich entwickelt.
00:40:32: Ich glaube, dass wir in Kontakt bleiben.
00:40:34: Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg.
00:40:36: Toller Podcast.
00:40:37: Ich höre ihn gerne bei der Autofahrt.
00:40:39: Und danke für deine Einladung.
00:40:41: Danke für deine Zeit, Timo.
00:40:42: Alles Gute.
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